Grossstadtgeflüster
Grossstadtgeflüster - verlegt vom 25.07.2020
SA 24.7.21 20:30 Uhr, Spiegelzelt

Nach Bohemian Rhapsody hätte man einfach aufhören sollen! Hat aber keiner, deshalb gibt es zu allem Überfluss auch noch Grossstadtgeflüster. Mittlerweile seit 2003. Bis hierhin 4 Alben, 2 EPs und ca. 666 Konzerte.

Von außen betrachtet ist seit Erscheinen ihres Instant-Evergreens „Fickt-Euch-Allee“ vor 4 Jahren im Hause GSGF kein Stein auf dem anderen geblieben. Aber auch ca. 30 Millionen Klicks ihrer Songs auf YouTube, Auftritte auf den größten Festivalbühnen und eine komplett ausverkauften Hallentour im Frühjahr 2019, die mit einem eskalierenden Konzert in der Columbiahalle in ihrer Heimatstadt ihren Höhepunkt fand, sind aber für die drei Berliner noch lange kein Grund, an ihrer schlechten Laune zu zweifeln. Denn beim Meckern handelt es sich hier schließlich um eine Lebensphilosophie und die lässt man sich nicht einfach von ein paar Zahlen, die nicht ins Konzept passen umkrempeln.

„Ok, Was hilft?“ fragten sich die drei Zerstörungstheoretiker*in Jen Bender, Raphael Schalz und Chriz Falk und dachten sich: „ey, in einer Zeit wo keiner mehr Alben kauft, die eigenen EPs so gut liefen, sich die durchschnittliche Geduldsspanne der Streamer auf diesem Globus nach 3 Sekunden Intro wie ein Atompilz überm Horizont in Asche und Rauch verteilt, in genau so einer Zeit gibt es doch nichts heilsameres als sich ein echten Longplayer mit 13 Liedern und zwei Skits ans Bein zu binden, oder?“

Alle drei so: „Au-Ja geil!“ dies war die Geburtsstunde des neuen Albums Trips&Ticks. Eine Art alternativer Lebensratgeber, wie z. B. in Feierabend. Eine Anleitung zur Selbstzerstörung wie in „Neue Freunde". Oder vielleicht auch nur Zynismus als Folge der inneren, zu Sprit vergorenen (Über)Reife? Man weiß es nicht.

Musikalisch ist Trips&Ticks manchmal schnell, manchmal langsam, aber immer mit Bum und gelegentlich auch Bumbum. Vollgestopft mit Synthesizern und Happy Hippieness. Eben Avantgarde 2.0 Promille. Passend dazu werden Lines gepuncht, stilsicher gereimt bis sich die Synapsen verfilzen, dem Rave gehuldigt mit freundlicher Unterstützung vom Hamburger Knallerkollektiv Hgich.T (Hallus), unter einer Staubschicht verwest und das Raumzeitkontinuum gesprengt, weil man sich in die Unendlichkeit gechillt hat („Meine Couch“) oder zusammen mit dem schönäugigen Denker-Druffi Danger Dan von der Antilopen Gang Peter Pan zitiert („Das, was Peter Pan sagt").

Am 24. Juli kommt das unvergleichliche Trio zum ersten Mal ins ZMF-Spiegelzelt.