Collage Sophie Hunger Mine
Sophie Hunger | Mine
DO 1.8.19 19:00 Uhr, Zirkuszelt

Sophie Hunger

Technoider Pop oder eher Berghain-Blues? "Die Schweizerin leistet Aufräumarbeiten in neuen elektronischen Kleidern“, so der Musikexpress über SOPHIE HUNGERS neues Album „Molecules“. Nachdem die Schweizerin nach Berlin gezogen ist und des Öfteren das Berghain besuchte, entdeckte sie die elektronische Musik für sich. Sie entwickelte ein Interesse an modularen Synthesizern, für die Berlin ein Mekka ist. Das musikalische Produkt dieser neuentdeckten Liebe: Ihr aktuelles Album „Molecules“, dass SOPHIE HUNGER selbst in das Genre „minimal electronic folk“ einordnet und welches gleichzeitig das erste Album ist, dass sie komplett in englischer Sprache verfasst hat.

Trotz der stilistischen Veränderungen bleibt SOPHIE HUNGER dennoch vom Charakter her genauso, wie sie ihre Fans in den vergangenen Jahren kennen und lieben gelernt haben: talentiert, klug und eine Künstlerin mit klarer Botschaft, wie wir sie im Jahr 2018 dringend brauchen. Mit „Molecules“ schickt sie ein Album in die Welt, das sich dem postfaktischen Zeitalter der Ignoranz mit Trotz und intellektueller Glaubwürdigkeit entgegenstellt. Pragmatisch, unerwartet und hellwach – oder wie es titel, thesen, temperamente in Worte fasst: „Der Sound einer Widerspenstigen“. Dieser scheint gut anzukommen: Bis auf Platz 16 der deutschen Albumcharts kletterte „Molecules“ bereits und wurde von mehreren Medienhäusern wie der FAZ, dem NDR oder Radio Eins als „Album der Woche“ präsentiert.

Mine

Dass deutsche Popmusik in 90 Prozent der Fälle schnarchlangweilig ist und allzu gerne den einfachen Weg geht, dürfte ein hinreichend bekannter Umstand sein. Dass Mine es besser weiß und kann, ebenfalls. Die 33-Jährige hat das mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum aus dem Jahr 2014 und dem Nachfolger „Das Ziel ist im Weg“ zwei Jahre später allein, aber immer wieder auch gemeinsam an der Seite von Künstlern wie den Orsons auf Songs und Bühnen eindrucksvoll bewiesen.

Vielleicht, weil Musik in ihrem Leben schon immer da war: Bei Gesangswettbewerben, im Musikunterricht oder dem anschließenden Studium in Mainz und Mannheim. So klassisch und konform sich dieser Werdegang auf dem Papier liest, so abseits von allem anderen ist das, was Mine in ihren Songs produziert, schreibt und macht. Ihre Lieder klingen so anders, nischig und mutig, gerade richtig leise und dann wieder laut, wie wenig anderes. Nur verständlich, dass es dafür 2016 den Preis für Popkultur in der Kategorie „Lieblingssolokünstlerin“ gab.