Saga
Saga
MO 20.7.20 20:30 Uhr, Spiegelzelt

Kommando zurück. SAGA lösen sich nicht auf. Was im Januar 2017 noch wie ein offizieller Abschied klang, ist Geschichte. Es war lediglich ein Missverständnis, sagt Michael Sadler, Sänger der Neo-Progrocker: „Wir wollten bloß aus dem üblichen, jahrzehntelangen Album-Tour-Album-Rhythmus heraus.

Deutschland und SAGA, das ist eine Verbindung, die schon von Beginn an eine besondere war. Sadler spricht nicht umsonst von „unserer zweiten Heimat“, der 65-Jährige lebte in den Neunzigern sogar einige Jahre lang in Saarbrücken. Gitarrist Ian Crichton, neben seinem Bruder Jim (b) und Sadler Gründungsmitglieder der Kanadier, wird in einem Interview sogar zitiert, für SAGA habe „alles in Deutschland angefangen“. Sadler weiß auch, warum: „Die zahlreichen TV-Auftritte und der Gig bei ‚Rock am Ring‘ 1985 waren sicherlich ein Grund dafür, warum wir in Deutschland unsere gesamte Karriere lang so erfolgreich gewesen sind. Deutschland war das erste Land, das uns mit offenen Armen empfangen hat.“

Zur kommenden Tour im Frühjahr 2020 wird es ein neues Album von SAGA geben, allerdings möchte Sadler noch nichts Genaues dazu sagen, außer „dass das aufmerksame deutsche Publikum schon wissen wird, wovon ich spreche.“ Diese Loyalität wird belohnt, alle letzten neun SAGA-Alben landeten in den oberen Rängen der deutschen Charts, das letzte, „Sagacity“ (2014) auf Platz 17, der Vorgänger „20/20“ (2012) auf Platz 13. „Es scheint, dass wir in den letzten Jahren eine Art Renaissance widerfahren haben, dass unsere Musik auf einmal von vielen wieder neu entdeckt und gewürdigt wird. Wahrscheinlich liegt es daran, dass wir live noch nie so gut waren.“ Warum sich also auflösen? Sollte es doch passieren, wie möchte Sadler seine Band erinnert wissen? „Wir waren ehrlich zum Publikum und zu uns, haben keine Kompromisse, nie Musik um der Charts willen gemacht. Ich höre auf, wenn es sich wie ein Job anfühlt, auf die Bühne zu gehen. Musik werde ich aber bis zum Ende machen, denn das ist das, was mich ausmacht.“