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Gewohnheit oder Leidenschaft? – Das ZMF zum 33. Mal

Wenn man 33 mal irgendetwas tut, dann ist es entweder eine Gewohnheit oder eine Leidenschaft. Bei Jogi Weber bin ich mir sicher, dass es die Letztere ist. Seit (fast) Anfang an ist er als Konzertbesucher beim ZMF dabei. Jedes Jahr kauft er mit seiner Frau Elke Konzertkarten, um die Kultur, Musik und Atmosphäre des ZMFs aufzusaugen.

Zugegebenermaßen geht er im Sommer nicht nur aufs ZMF. Neulich nahm er die Fahrt nach Zürich auf sich, um dort aufs Konzert zu gehen. Mal geht er auch innerhalb Baden-Württemberg fremd – nach Lörrach zum Stimmen-Festival. Und obwohl er dies tut, ist es auch klar, dass das ZMF eine besondere Verankerung in seinem Herzen hat.

„Man hat auf dem ZMF große Künstler wie die Fanta Vier, aber irgendwie sind sie auch hier entspannter. Es liegt wohl an der Atmosphäre,“ sagte Jogi über sein Essen im Festival-Restaurant. Er feierte gerade seine 26. Hochzeitstag mit seiner Frau und zwei Freunden. Mit seiner Erlaubnis durfte ich kurz dazu stoßen, um mehr über seine Erlebnisse auf dem ZMF zu erfahren.

„Früher war das Fest schmuddeliger,“ sagte er. Damals hatte das Festival weniger Geld, dafür aber viel Enthusiasmus. Die Strukturen waren auch etwas anders zu früheren Zeiten. Als Förderkreismitglied konnte man ins VIP-Zelt gehen, um eventuell den einen oder anderen Künstler nach dem Konzert zu treffen.

Von all den Besuchen, die er über die Jahre auf dem Gelände gemacht hat, bleibt die Begegnung mit Willy de Ville 2003 insbesondere in Erinnerung. Bei einer informellen Jam-Session im VIP-Zelt hat Jogi ihn live erlebt. Stundenlang spielte Willy mit anderen Musikern —  bis morgens um 3 Uhr. Irgendwann zerrte seine Frau ihn von der Bühne und sagte, „Jetzt gehen wir heim.“ Willy machte die Augen auf, sammelte seine Sachen und folgte seiner Frau zum Auto.

Irgendwie ein total nachvollziehbarer Moment für Jogi.

„Ja, selbst Willy ging es nicht anders,“ sagte er mit einem zwinkernden Auge auf Elke.

Auch wenn es das VIP-Zelt nicht mehr gibt, besteht die Wohlfühlatmosphäre immer noch. Was ihm am Besten gefällt ist das breite musikalische Spektrum. Das ZMF bietet die Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren. Ob Tango-, Jazz-, oder Rockmusik erlebt man ein musikalisches Abenteuer jedes Mal aufs Neue.

Wir trafen uns zufällig wieder bei dem Les Clöchards Konzert eine Stunde später. Jogi zeigte auf ein paar Kinder, die im Spiegelzelt herumhupften. Scheinbar die Kids von einem der Bühnensänger. Wieder musste ich an die Idee der großen ZMF-Familie denken. An einem heißen Abend mitten im Sommer standen wir gemeinsam im angenehm vollen Spiegelzelt, das auch von Anfang an dabei war, um diesen Moment zu genießen. Jede Altersgruppe und Geschmacksrichtung vereint durch die Liebe zum Festival selbst.

Ob es ein 34. Mal geben wird?  Ich habe ihn nicht gefragt. Musste ich auch nicht. Die Antwort lag schon in seinen Augen.


 Christine_Hohlbaum_2016 Christine Hohlbaum ist eine in New York geborene und in Freiburg lebende Buchautorin und PR-Beraterin, die schon als Elfjährige wußte, daß sie eines Tages schreiben wollte.

http://www.butterflypr.de

 

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