Programm:
Oliver Scheidies & die Kapelle für alle Fälle
Datum:
17.07.2017
Ort:
Fürstenbergzelt
Beginn:
22:00

Oliver Scheidies & die Kapelle für alle Fälle

Die Freude am Scheitern in der Euphorie des Augenblicks, denn wir feiern auf jeden Fall!

Oliver Scheidies & die Kapelle für alle Fälle bieten einen Abend voller Poesie, süßer Melancholie und aufmüpfigem Rebellentum. 
Scheidies’ Texte sind kleine lyrische Juwelen. Gerade weil er jegliche Distanz aufgibt und auch dorthin schaut, wo Versagen, Elend oder Hoffnungslosigkeit wohnen, werden sie so kostbar. Denn sein Blick ist zwar durchdringend, aber liebevoll und neugierig. Etwa im "Zitronenschlösschen" der Obdachlosen in Neckarstadt-West oder in der Berliner U-Bahn, wo vielleicht auch ein Zug fährt, "der niemals hält". Immer wieder blitzen in diesen Miniaturen die großen Themen des Menschseins durch, Tod und Vergehen, das Spiel der Zeit, Einsamkeit und Scheitern, Liebe und die Euphorie eines Augenblicks.

Scheidies bedient keine billigen Klischees, er wählt seine Themen eigenwillig aus, hinter jedem steht auch eine echte Geschichte, das spürt man. So erzählt er beispielsweise zur Berlin-Hymne von einem Obdachlosen in der U-Bahn, der ihm berichtet, er sei vor einem Vierteljahr gestorben. Dann kommt eine ganz bizarre Story, wie ihn ein Kumpel beim Sozialamt abgemeldet hat, weil er aus der Stadt weggegangen ist. Und als er wiederkommt, ist er dort gelöscht und wird als "verstorben" geführt. Die Geschichte ist zwar nicht im Liedtext verarbeitet, dieser fängt aber genial die gespenstische Atmosphäre von Existenzen in Parallelwelten ein.

Sein musikalischer Stil hat eine beachtliche Bandbreite zwischen hart und zart, die Gitarrenintros sind einfallsreich und technisch versiert, Melodik und Harmonik freundlich, aber nicht anbiedernd. Dazu kommt ein maskuliner Bassbariton mit viel Volumen und sinnlichen Komponenten.  "Der Mond lädt die Erde zum Festbankett", "das Herz bleibt hungrig", "statt seiner Seele heult der Motor auf" – Scheidies kupfert nirgends ab, sondern bringt Eindrücke und Stimmungen in unverbrauchte Formeln, die ihren Weg direkt zu den Herzen der Zuhörer finden.

Kongenial dazu passt die Aktion von Konrad Wiemann, der mit seinen Trommelstöcken ganze Bilder und Szenen malen kann. Wenn es besonders melancholisch wird, lässt er die Melodika klagen, streut mit dem Glockenspiel Silberflitter aus, oder zelebriert ein ideenreiches, wahrlich groovendes Schlagzeug Solo.

Der E-Gitarrist Michael Oertel komplettiert die Kapelle für alle Fälle. Zum einen unterlegt er die Songs mit stimmungsvollen Klangteppichen, zum anderen begeistert er durch seine
genial, virtuosen und gefühlvollen Soli. 

Oliver Scheidies: voc/git       www.oliver-scheidies.de
Michael Oertel: git                www.michaeloertelmusic.de
Konrad Wiemann: drums     www.konradwiemann.de


Guter Mond
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