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Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken

Umgeben von hunderten Weinflaschen plätschert der Wasserbrunnen im Eingangsbereich der Winzergenossenschaft Glottertal lässig dahin.  Der rote Bur ragt über dem Gebäude wie ein großer Bruder, der Dich schützend auf den Spielplatz am ersten Schultag begleitet. Der Weinberg ist irgendwie vertrauenerweckend, solide, zuverlässig, ganz zu schweigen von seiner begrünten Schönheit an diesem lauen Sommertag.

Udo Opel, Geschäftsleiter der Winzergenossenschaft Glottertal seit 26 Jahren, bietet mir vor unserem Gespräch einen lecken Traubensaft an. Die ZMF-Weinflasche steht auch auf dem Tisch, aber wir haben ja schließlich nur 11 Uhr.  Zurückhaltung ist erstmals angesagt, obwohl der Glottertaler Wein Spitzenreiter ist. Die zahlreichen Auszeichnungen an der Wand geben die Qualität des Weines preis.

Die Idee, einen ZMF-Wein zu entwickeln, fiel dem gelernten Weinküfer 2009 bei einem Gespräch mit ZMF-Gründer Alex Heisler ein.  Fünfzig Cent von jeder verkauften Flasche würden dann in einen Topf für den ZMF-Preisträger des darauffolgenden Jahres fließen.

Eine grandiose Idee, die auch Wirkung zeigt. Denn der ZMF-Wein ist nicht nur bei jedem Ausschank auf dem Gelände, sondern auch bei sämtlichen Wirtschaften wie Rido, Grace, Zum Deutschen Haus, Oskar und Greifenegg-Schlössle so wie Läden in der Stadt erhältlich.

2015 verkaufte das ZMF 1.818 Weinflaschen während des Festivals. Udo schätzt eine Verkaufszahl von 1.000 bis 1.500 Flaschen für den ZMF-Wein allein sowohl auf dem Gelände als auch in der Stadt. Durch den Weingenuß wird auch Kunst unterstützt. Eine schöne Sache.

Auf meine Frage, wieso sein Wein dieses gewisse Etwas hat, lächelt Udo mir zu:

„Das Glottertal ist da, wo der Schwarzwald und die Rheinebene sich küssen.“ Das besondere Mikroklima mit seiner sehr guten Thermik sorgt dafür, dass die Tage warm sind und der Wind vom Schwarzwald kühl ist. Es sind optimale Voraussetzungen für den Rebstock. Das Ursprungsgestein vom Schwarzwald hat mehrere Schichten u.a. Granit. „Der Boden prägt den Wein.“

So weit so gut. Genialer Wein hin oder her. Warum würde man ausgerechnet das ZMF mit Wein unterstützen wollen? Dann kommt die Antwort, die ich mittlerweile oft gehört habe:

„Das ZMF ist wie eine große Familie,“ sagt Udo, der vorhat, jeden zweiten Tag auf dem Gelände zu sein. „Die Organisatoren zeigen Menschennähe ohne Allüren.“ Das Festival wird professionell geführt, aber klein strukturiert. Man kann eben einen Wein am selben Tisch gemeinsam mit den Organisatoren genießen.

Mittlerweile wird Udos Glottertaler Wein auch ins Ausland exportiert. Von der Schweiz bis Japan.  Ich träume kurz vom Export in die USA, damit meine eigene Familie mit dem Glück des Glottertals gesegnet sein könnte. Auf einmal holt mich ein Geräusch wieder in die Realität zurück.

Der Klang des Wasserbrunnens wird vom Französischen bedeckt während zwei Franzosen ihre Weinkisten glücklich zum Auto schleppen. Das war’s. Jetzt bin ich endgültig überzeugt. Wenn Franzosen den Wein bevorzugen, dann muss wahrlich etwas dran sein.

Bevor ich mich von Udo verabschiede, werfe ich einen letzten Blick auf seinen Saal. Da steht ein Schild auf dem Regal:

„Wenn Wein und Musik sich vereinen…“ Es ist eben eine Werbung für seinen Wein namens Symphonie. Aber die Botschaft ist auch so angekommen. Denn Wein und das ZMF bieten eine Symphonie fürs Leben!

 


 Christine_Hohlbaum_2016 Christine Hohlbaum ist eine in New York geborene und in Freiburg lebende Buchautorin und PR-Beraterin, die schon als Elfjährige wußte, daß sie eines Tages schreiben wollte.

http://www.butterflypr.de

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