Geschrieben am

All That Jazz

Wer Jazzmusik der obersten Liga erleben will muss in Freiburg nicht weit fahren. Es liegt in der Luft unweit von der Altstadt. Im Jazzhaus. In den Jazz & Rock Schulen. Auf der Straße. Und natürlich auf dem ZMF selbst.
Der unwiderlegbare Groove vom Junior Jazzchor Freiburg unter der Leitung von Tamino Franz bei der Gala Nacht am letzten Dienstag war eine perfekte Begleitung für Max Mutzke, der das ZMF für seine musikalische Leidenschaft verantwortlich macht. Das Philharmonische Orchester Freiburg unterstützte den Musiker zugleich bei seiner einprägsamen musikalischen Leistung.

Seine Anfänge befanden sich direkt auf dem ZMF-Gelände. Wenn die letzten Echos aus den Zelten erklungen waren, hat der 1981 geborene Teenager Ende der 90er Jahre mit seinen fünf Geschwistern im Wohnmobil auf dem Mundenhofgelände weit nach Mitternacht Jam Sessions organisiert, um Musik zu machen.
„Das ZMF ist einer der prägendsten Orte meines Lebens gewesen“, sagte der Singer-Songwriter vor seinem Gala-Auftritt. Nach seiner Entdeckung durch Stefan Raab katapultierte Max auf die Weltbühne mit dem 8. Platz bei dem Eurovision Contest 2004. Vor ein paar Tagen ist Max zu seinem Ursprung zurückgekehrt, um das Freiburger Publikum nach fünf Jahren wieder zu begeistern. Damals lernte er den weltberühmten Akkordeonspieler und Dirigenten Enrique Ugarte auf dem Gelände kennen. Eine Freundschaft zwischen den beiden Musikern ist sofort entstanden. Seitdem spielen sie oft zusammen.
Aus dem Schoß des Schwarzwaldes entsprungen steht Max Mutzke für eine neue Generation von Musikern, die Jazz richtig zu präsentieren versteht. Mit 16 ging er auf die Jazz & Rock Schulen in Freiburg. Da seine erste langjährige Freundin die Enkelin vom Jazzhausbesitzer Ewald ‚Waldi’ Heidepriem war, ist er – wie sein eigener Vater auch – oft dahin gegangen. Heidepriems Einfluss auf die Jazzmusikszene in Freiburg hinterlässt bis heute seine Spuren.

Was ihm am ZMF am meisten gefällt?

„Die Unaufgeregtheit“, meinte Max. „Es mag an der natürlichen Freiburger Attitüde liegen, aber wenn Du als Künstler ankommst, wirst Du ganz normal behandelt. ‚Kannsch do parke’ bekommst Du dann bei der Ankunft zu hören. Ich finde es toll!“
Seine Gelassenheit sowohl auf als auch hinter der Bühne zeigt, dass er ein Star ohne Allüren ist. Max nutzt die Musik unter anderem auch, um seinen eigenen Schmerz zu überwinden. In seinem selbstgeschriebenen Lied „Hier bin ich Sohn“ geht es um eine tödliche Sucht in seiner unmittelbaren Familie. Der Sänger öffnet sich mit einer unschlagbaren Mut während er die Herzen mit der Kraft seiner Stimme berührt. Neulich stand Max auf der gleichen Bühne bei einem Festival wie Herbie Hancock zuvor. Diesmal ist die Reihenfolge genau umgekehrt. Herbie wird das Abschlusskonzert im Zirkuszelt am 23. Juli geben.

„Es gibt Festivals in Deutschland wie Sand am Meer“, sagte Max zum Schluss. „Aber keines ist wie das ZMF.“

Der gute Sohn aus Waldshut-Tiengen hat Recht. Das ZMF bietet Musiker aus aller Welt eine Plattform, um ihrer eigenen Wahrheit näher zu kommen. Sie sind die Interpreten, deren authentische Darbietung uns Zuschauern den Freiraum gibt, das gleiche zu tun.


 Christine_Hohlbaum_2016 Christine Hohlbaum ist eine in New York geborene und in Freiburg lebende Buchautorin und PR-Beraterin, die schon als Elfjährige wußte, daß sie eines Tages schreiben wollte.

http://www.butterflypr.de

Mercedes - Sponsor des Zelt Musik Festivals in Freiburg Fürstenberger - Sponsor des Zelt Musik Festivals in Freiburg SWR1 - Sponsor des Zelt Musik Festivals in Freiburg